Im Gespräch mit SZ Dossier: Emek Altun über digitale Wege im Gesundheitssystem
„Entscheidend ist, dass der digitale Pfad nicht als reines Ersteinschätzungs- oder Termintool, sondern als smarte Steuerungsmöglichkeit konzipiert wird“, sagt Emek Altun, Geschäftsführer des vitagroup Health Dialog, im Gespräch mit SZ Dossier für den Artikel „Wie das Primärversorgungssystem zum Digitalprojekt wird“.
Hintergrund des Artikels ist die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken angestoßene Strukturreform, die darauf abzielt, PatientInnen besser durch das Gesundheitssystem zu lotsen und Wartezeiten auf Facharzttermine zu verkürzen. Die Ministerin hebt dabei die Bedeutung digitaler Instrumente wie Ersteinschätzungstools und die Möglichkeit zur digitalen Terminbuchung hervor.
Es braucht daher intelligente, hybride Lösungen – smarte digitale Wege, die Patientinnen und Patienten direkt zur richtigen Behandlungsebene lotsen. Bereits heute bieten unter anderem die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns mit DocOnLine und Baden-Württemberg mit docdirekt digitale Zugänge ergänzend zur Rufnummer 116117 an. Die technologische Basis dieser Plattformen bildet der healthMatch der vitagroup. Ein weiteres Plus: Wo sinnvoll, werden die PatientInnen ohne Medienbruch direkt in eine Videokonsultation vermittelt.
Damit solche Lösungen ihr volles Potenzial entfalten können, sind jedoch ganzheitliche Interoperabilität und echter, nachhaltiger politischer Wille notwendig – nur so lassen sich alle PatientInnen optimal durchs Gesundheitssystem steuern, Wartezeiten verkürzen und die ohnehin schon knappen Arztkapazitäten entlasten.


